Solidarität mit den geräumten Häusern in Berlin, Erfurt und Überall!

Wenn ihr uns die Häuser nehmt…

Heute am 24.11.2009 wurde das selbstverwaltete Hausprojekt in der Brunnenstraße 183 in Berlin geräumt. Die Brunnenstraße die einige Zeit nach dem Mauerfall besetzt wurde hat einen freiheitlich, künstlerischen Anspruch und bietet schon seit etlichen Jahren nicht-kommerziellen Freiraum. Zwei Tage zuvor wurde in Erfurt das seit 111 Tagen besetzte ehemalige „Keglerhaus“, kurz nach Bekanntmachung des Hausprojektes, geräumt. Das ist nicht Erfurts erste Räumung eines selbstverwalteten Hausprojektes gewesen, denn schon im Frühjahr dieses Jahres wurde das seit Jahren Besetzte TopfSquat in Erfurt geräumt . In Freiburg die kurz darauf (unter anderem als Reaktion auf die Erfurter Räumung) neu besetzte Freie Antonia. In Freiburg durfte eine Demonstration für Freiräume und gegen Nazis am 14.11.2009 nicht laufen. Stattdessen wurden die Demonstrationsteilnehmer von einem riesigen Polizeiaufgebot eingekesselt und extrem repressiven und aggressiven Maßnahmen und Polizeiübergriffen ausgesetzt. Sie mussten stundenlang in dem Kessel verharren, wurden von Greiftrupps angegriffen und mit extremer Überwachung und Datenfeststellung konfrontiert. Erst vor kurzem wurden in Berlin mit einem Großaufgebot schon andere Hausprojekte durchsucht. Auch hier in der Region gibt es Freiraumkämpfe die geführt werden, wie z.B. der seit zehn Jahren andauernde Kampf um ein neues AZ in Heidelberg. Das Vorgängerprojekt wurde 1999 geräumt. In Mannheim wurde vor einigen Jahren das Linke Ufer besetzt und nach wenigen Wochen wieder geräumt. Zumindest in Frankfurt konnte das neue JUZ gehalten werden. Die Aktivist_innen mussten zwar umziehen, haben aber ein Ersatzobjekt erhalten. Das „besetzte Gefängniss“ Faites votre jeu in Frankfurt ist, wie das geräumte TopfSquat in Erfurt, ein weiteres Projekt, welches massiv historisch vorbelastet ist. In dem Gefängniss folterte die Gestapo. Die Aufarbeitung übernimmt die selbstverwaltete Initiative. Wie schon erwähnt wurde das TopfSquat, auf dem ehemaligen Topf & Söhne Gelände durch die Polizei im Frühjahr dieses Jahres geräumt. Die Firma stellte dort im Nationalsozialismus Krematorien her, für Auschwitz und andere Vernichtungslager. Die Aufarbeitung wurde ebenso von dem selbstverwaltetem Hausprojekt übernommen. Beides mal eine Aufarbeitung jenseits des bürgerlichen Begriffes als „Fremdkörper innerhalb deutscher Geschichte“. Das Haus in Erfurt wurde geräumt, linke und selbstverwaltete Politik und gemeinsames Leben beendet und ein wertvolles Stück Aufarbeitung ebenso.

…haben wir nur noch die Straße!

Solch ein repressives Vorgehen kann und darf nicht hingenommen werden! Die Wut über die neuen Räumungen und Polizeischikanen muss über Stadt und Region hinaus getragen und die Kämpfe überall geführt werden. Organisiert Solidaritätsveranstaltungen für die geräumten und räumungsbedrohten Projekte, geht auf die Straße, macht Spontis. Seid kreativ und laut, aber auch entschlossen! Macht Aktionen und lasst Solidarität praktisch werden. Außerdem helft mit bei der Unterstützung der bestehenden Hausprojekte, wie z.B. das Heidelberger Hausprojekt Anarres. Am Freitag den 27.11.2009 findet im JUZ in Mannheim ab 21 Uhr eine Soliparty mit Konzert statt und vorher gibt’s um 19 Uhr einen Film. Die Einnahmen fließen in die Selbstverwaltung des Hausprojektes Anarres, deren Vorhaben es ist in Heidelberg ein Haus zu kaufen um dort ein Autonomes Zentrum zu eröffnen. Kommt vorbei und supportet den Widerstand.

Mit Autonomen Zentren Revolutionär und Antifaschistisch in die Zukunft!

Anarchistische Gruppe Bergstraße