Solicocktails mit der anarchistischen Gruppe Bergstraße

Hallo Freund_Innen und Genoss_Innen,

wir laden am 12.12.2009 ein zur Solicocktailparty im WildWest (Alphornstr. 38) in der Mannheimer Neckarstadt-West. Es wird leckere Cocktails, Snacks, coole Musik, viel Raum für Diskussionen und evtl. einen Film geben. Das Ganze beginnt um 19.30 Uhr und wir freuen uns über jeden der vorbeischaut.

Antikapitalistischer Aufruf zur Bildungsstreikdemo der Antifaschistischen Jugend Ludwigshafen/Mannheim

Im Folgenden ist der antikapitalistische Aufruf der Antifaschistischen Jugend Ludwigshafen/Mannheim zur Bildungsstreikdemo in Mannheim am 04.12.2009 dokumentiert. Wir, d.h. die Anarchistische Gruppe Bergstraße unterstützen diesen Aufruf und rufen folglich ebenfalls zur antikapitalistischen Teilnahme an der Demo in Mannheim und den Bildungsprotesten allgemein auf.
Es folgt nun der Aufruf der Antifaschistischen Jugend Ludwigshafen/Mannheim:

Freie Bildung geht nur ohne Kapitalismus – Aufruf zur Antikapitalistischen Teilnahme an der Bildungsstreikdemonstration in Mannheim

Die Bedingungen sind hinderlich…

Studiengebühren, die Einführung von Bologna, Bachelor,- und Masterstudiengänge in den Unis und die Einführung von G8, das dreigliedrige Schulsystem und Lehrermangel an den Schulen – das Bildungssystem steckt tief in der Krise. Das tut es zwar nicht erst seit gestern, dennoch spitzt sich die Lage stetig zu. An den Schulen herrschen Leistungs,- und Anpassungsdruck, wer nicht mitkommt bleibt auf der Strecke. G8, das heißt die Verkürzung der Vorbereitungszeit für das Bestehen der Hochschulreife um 1 Jahr, verschlimmert die Situation noch um einiges. Die Selbstbestimmung und vor allem das selbstbestimmte Lernen werden immer mehr unterdrückt. Schülerinnen und Schüler haben schlicht und einfach keine Zeit mehr sich Gedanken zu machen über dies oder jenes, ob das hier gerade gerecht zugeht oder was für Alternativen es den herrschenden Verhältnissen gegenüber gibt. Und wenn man mal zum nachdenken kommen sollte, wo bleibt denn dann noch die Zeit zum planen und handeln?! Die Schulbildung im kapitalistischen System bedeutet das „Fit machen für den Arbeitsmarkt“. Sie bedeutet den Menschen mit einem angeblichen „Wert“ zu füllen oder zu brandmarken, ihn so weit wie möglich tauglich zu machen für den kapitalistischen Markt, oder ihn als untauglich für diesen zu befinden. Nach Beendigung des Schulwerdegangs bleibt den meisten eigentlich nur noch der Einstieg in die Arbeitswelt, wobei diesen Menschen weiterer Zugang zu Bildungsmöglichkeiten meist verwert bleibt oder dieser zumindest sehr schwer zu erreichen und mit hohen Kosten belastet ist. Bei den Angeboten handelt es sich natürlich fast ausnahmslos um rein marktorientierte Bildungs,- bzw. Fortbildungsmöglichkeiten. Menschen ohne Schulabschluss oder mit einem Abschluss der für die kapitalistische Konkurrenzgesellschaft schlecht verwertbar ist bleiben meist ohne Arbeit und müssen sich mit Ämterschikane und sozialer Ausgrenzung arrangieren. Natürlich trifft Arbeitslosigkeit nicht nur Menschen ohne Schulabschluss, sondern auch Menschen die schon jahrelang arbeiten, Auszubildende werden nicht übernommen und die Bologna Reform macht es auch Studiumsabsolventen immer schwerer eine Beschäftigung zu finden. Der Großteil derer die arbeiten haben darum natürlich nicht in ein großes Stück Kuchen gebissen, sondern werden schlecht bezahlt, haben kaum Mitbestimmungsrecht in den Betrieben und sind der kapitalistischen Produktionsweise und Verwertungspraxisrelativ schutzlos ausgeliefert. Auch an den Unis sind die Wirkungen kapitalistischer Wirtschaft mehr als spürbar. Auch die Studenten und Studentinnen haben immer mehr mit Kürzungen am Etat für die Bildung, der Abwälzung des kapitalistischen Schuldenberges auf die Kassen des Einzelnen an der Uni und immer größeren Einschnitten in der Selbstbestimmtheit des Studierens zu kämpfen. Die Bologna Reform, maßgeblich durch die Einführung der neuen Studiengänge (Bachelor und Master), ist letztendlich was G8 für die Schüler und Schülerinnen ist. Eine Komprimierung des eigentlich anzueignenden Wissens in den jeweiligen Fächern und einhergehend damit eine hohe Steigerung der Leistungsanforderungen an die Studierenden. Zusätzlich fallen die meisten Studenten und Studentinnen nicht raus aus dem Arbeitsmarkt, sondern versuchen sich das Studium überhaupt finanzieren zu können. Es wird Geld benötigt für die Studiengebühren, für Leistungsanforderungen wie den Semesterschein und Lehrmittel, gegebenenfalls noch für die eigene Wohnung, den Anteil an die WG, die eigene Versorgung usw. Viel Freizeit und Möglichkeiten zum selbstbestimmten Leben bleiben da auch nicht, neben dem 400 Euro Job, der Uni und dem Lernen und all dem anderem aufgezwungenem Kram der in dieser kapitalistischen Leistungsgesellschaft noch Zwangsteilnahme bedeutet. BAföG oder Studienkredite sind da nur Tropfen auf dem heißen Pflaster(Stein). Staatliche „Unterstützungsmaßnahmen“ sind erstens zumeist schwer erreichbar, selten in den vollen Maßen auszuschöpfen und auch ungerecht verteilt, des Weiteren sind sie systemimmanente Reaktion des Staates auf kapitalistische Dauerkrise. Außerdem ist man weitgehend rückzahlungspflichtig und speist sich so schon frühzeitig für das spätere Arbeitsleben in die kapitalistische Schuldenbewältigung ein. Unter solchen Bedingungen haben viele Menschen zwar nach ihrem Schulabschluss sachlich die Möglichkeit zu studieren, an realen Lebensbedingungen gemessen ist es aber oft nicht machbar. Also nix’ mit freiem Lernen an Schule und Universität – eher ungerechte Verteilungen, Perspektivlosigkeit, Zahlungsunfähigkeit.

…doch nichts ist unveränderlich!

Gegen solche Zustände muss auf die Straße gegangen werden – und das wird es auch. Die Bildungsproteste gehen jetzt schon in die dritte Runde und werden dabei immer schwungvoller, kreativer und lauter. Sie sollen auch bunter und lauter werden, nur müssen sie auch klar an antikapitalistischer Perspektive gewinnen. Es kann nicht nur gegen das prekäre Bildungssystem gehen, sondern Kritik und Praxis müssen das ganze Unterdrückungs, -und Herrschaftsverhältnis angreifen. Es muss lautstark dem Kapitalismus eine Absage erteilt werden und gleichzeitig müssen reaktionäre Bestrebungen angegriffen werden. Das heißt konkret den Protest nicht nur einspurig zu fahren, sondern sich an sozialen Diskussionen, Auseinandersetzungen und Kämpfen zu beteiligen und, überall wo solche auftreten, reaktionäre Tendenzen anzugreifen und zurückzuschlagen. Es muss verhindert werden, dass Nazis und andere Faschisten durch kapitalistische Krise und staatlich mitpropagierten Nationaltaumel gestärkt werden. Natürlich muss zugleich eben dieser frisch gestärkte Nationalismus in der Masse der Gesellschaft theoretisch, wie praktisch angegriffen werden. Letztendlich geht es nämlich um den Kampf ums Ganze. Das bedeutet: lasst uns gemeinsam die Rahmenbedingungen einreißen, nämlich Staat, Nation und Kapitalismus. Für die soziale Revolution!

Für eine Antikapitalistische Beteiligung an den Bildungsstreikprotesten!

Demonstration in Mannheim am Freitag dem 04.12.2009
Treffpunkt 1: Schloss
Treffpunkt 2: Schafweide (Neckarstadt-Ost)
Jeweils um 11:00 Uhr • Mannheim

Aufruf der Antifaschistischen Jugend Ludwigshafen/Mannheim

Der Aufruf wird unterstützt von der Anarchistischen Gruppe Bergstraße

Solidarität mit den geräumten Häusern in Berlin, Erfurt und Überall!

Wenn ihr uns die Häuser nehmt…

Heute am 24.11.2009 wurde das selbstverwaltete Hausprojekt in der Brunnenstraße 183 in Berlin geräumt. Die Brunnenstraße die einige Zeit nach dem Mauerfall besetzt wurde hat einen freiheitlich, künstlerischen Anspruch und bietet schon seit etlichen Jahren nicht-kommerziellen Freiraum. Zwei Tage zuvor wurde in Erfurt das seit 111 Tagen besetzte ehemalige „Keglerhaus“, kurz nach Bekanntmachung des Hausprojektes, geräumt. Das ist nicht Erfurts erste Räumung eines selbstverwalteten Hausprojektes gewesen, denn schon im Frühjahr dieses Jahres wurde das seit Jahren Besetzte TopfSquat in Erfurt geräumt . In Freiburg die kurz darauf (unter anderem als Reaktion auf die Erfurter Räumung) neu besetzte Freie Antonia. In Freiburg durfte eine Demonstration für Freiräume und gegen Nazis am 14.11.2009 nicht laufen. Stattdessen wurden die Demonstrationsteilnehmer von einem riesigen Polizeiaufgebot eingekesselt und extrem repressiven und aggressiven Maßnahmen und Polizeiübergriffen ausgesetzt. Sie mussten stundenlang in dem Kessel verharren, wurden von Greiftrupps angegriffen und mit extremer Überwachung und Datenfeststellung konfrontiert. Erst vor kurzem wurden in Berlin mit einem Großaufgebot schon andere Hausprojekte durchsucht. Auch hier in der Region gibt es Freiraumkämpfe die geführt werden, wie z.B. der seit zehn Jahren andauernde Kampf um ein neues AZ in Heidelberg. Das Vorgängerprojekt wurde 1999 geräumt. In Mannheim wurde vor einigen Jahren das Linke Ufer besetzt und nach wenigen Wochen wieder geräumt. Zumindest in Frankfurt konnte das neue JUZ gehalten werden. Die Aktivist_innen mussten zwar umziehen, haben aber ein Ersatzobjekt erhalten. Das „besetzte Gefängniss“ Faites votre jeu in Frankfurt ist, wie das geräumte TopfSquat in Erfurt, ein weiteres Projekt, welches massiv historisch vorbelastet ist. In dem Gefängniss folterte die Gestapo. Die Aufarbeitung übernimmt die selbstverwaltete Initiative. Wie schon erwähnt wurde das TopfSquat, auf dem ehemaligen Topf & Söhne Gelände durch die Polizei im Frühjahr dieses Jahres geräumt. Die Firma stellte dort im Nationalsozialismus Krematorien her, für Auschwitz und andere Vernichtungslager. Die Aufarbeitung wurde ebenso von dem selbstverwaltetem Hausprojekt übernommen. Beides mal eine Aufarbeitung jenseits des bürgerlichen Begriffes als „Fremdkörper innerhalb deutscher Geschichte“. Das Haus in Erfurt wurde geräumt, linke und selbstverwaltete Politik und gemeinsames Leben beendet und ein wertvolles Stück Aufarbeitung ebenso.

…haben wir nur noch die Straße!

Solch ein repressives Vorgehen kann und darf nicht hingenommen werden! Die Wut über die neuen Räumungen und Polizeischikanen muss über Stadt und Region hinaus getragen und die Kämpfe überall geführt werden. Organisiert Solidaritätsveranstaltungen für die geräumten und räumungsbedrohten Projekte, geht auf die Straße, macht Spontis. Seid kreativ und laut, aber auch entschlossen! Macht Aktionen und lasst Solidarität praktisch werden. Außerdem helft mit bei der Unterstützung der bestehenden Hausprojekte, wie z.B. das Heidelberger Hausprojekt Anarres. Am Freitag den 27.11.2009 findet im JUZ in Mannheim ab 21 Uhr eine Soliparty mit Konzert statt und vorher gibt’s um 19 Uhr einen Film. Die Einnahmen fließen in die Selbstverwaltung des Hausprojektes Anarres, deren Vorhaben es ist in Heidelberg ein Haus zu kaufen um dort ein Autonomes Zentrum zu eröffnen. Kommt vorbei und supportet den Widerstand.

Mit Autonomen Zentren Revolutionär und Antifaschistisch in die Zukunft!

Anarchistische Gruppe Bergstraße

Bildungsproteste im November

Free Your Education – Make Revolution

Nach den großen Bildungsprotesten und dem Bildungsstreik im Juni dieses Jahres, findet jetzt im November der zweite große Aktionsmarathon statt. Anlässlich der Global Week of Action wurden in mehreren Städten, unter anderem in Heidelberg, Seminarräume an den jeweiligen Universitäten besetzt und es fanden auch schon Demonstrationen statt, zum Beispiel am Wochenende in Berlin. Natürlich wird gehofft, dass die Proteste noch größer, bunter und lauter werden als im letzten Frühling. Auch die radikale Linke muss sich bei den Protesten beteiligen und in die Strukturen einbringen, so wie neue aufbauen, oder Projekte die sich im Aufbau befinden, unterstützen. Die Proteste müssen nicht nur bunter, lauter und größer werden, sondern müssen klar an antikapitalistischer Perspektive gewinnen. Die andauernde und sich verschlimmernde Bildungslage fußt in der kapitalistischen Systematik, darum kann der Bildungsprotest nur ein Teil der Proteste gegen das große Ganze sein. Darum muss die radikale Linke bei den Protesten vor Ort sein und versuchen linksradikale Inhaltsvermittlung zu leisten. Es müssen reaktionäre Tendenzen bekämpft, reformistische als systemimmanent benannt und revolutionäre gefördert werden. Darum rufen wir dazu auf die Bildungsproteste zu unterstützen und mit einer linksradikalen Perspektive auszubauen. Besucht die besetzten Unis, diskutiert und analysiert miteinander was euch unterdrückt. Die Rahmenbedingungen einreißen – Für ein freies Leben jenseits von Staat, Nation und Kapital! Her mit der freien Assoziation – Für die soziale Revolution!

Die Bildungsproteste finden statt vom 9-20 November (aber Protest und Widerstand üben kann man immer)! Informiert euch, organisiert euch, bildet Schülerstreikgruppen (oder anarchistische…) und nehmt den Protest und den Widerstand gemeinsam in die Hände. Konkrete Termininfos für regionale, bundesweite und anti/internationale Aktionen, sowie sonstige Infos findet ihr bald bei uns auf der Website oder direkt auf der des Bildungsstreiks! Also…man sieht sich auf den Barrikaden!

Anarchistische Gruppe Bergstraße

Antirassistischer August – Ausgrenzungsmechanismen offenlegen und angreifen // Residenzpflicht abschaffen


Im Zuge der dezentral ausgerufenen antirassistischen Aktionstage, die für die Woche vom 24-30 August 2009 angekündigt sind, gründete sich hier in der Region Mannheim/Ludwigshafen und Umgebung das grenzenlos_glücklicher Bündnis.
Das Bündnis veranstaltet eine antirassistische Kampagne in Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg mit 2 Infoveranstaltungen, einer Soliparty mit einem kurzen Informationsüberblick vorm Feiern und einer Doppeldemo am 29.08.2009 von Mannheim und Ludwigshafen ausgehend auf der Rheinbrücke treffend. Die Demo richtet sich explizit gegen Ausgrenzungsmechanismen jeglicher Art, insbesondere gegen die schikanöse sog. „Residenzpflicht“, die Flüchtlinge in ihrem Menschenrecht auf Bewegungsfreiheit extrem einschränkt. Auch kreative subversive Aktionen, wie Straßentheater sind in Planung – Plant auch selbst!

Hier sind noch mal die antirassistischen Termine in Kürze aufgelistet

11.08.2009 – Infoveranstanstaltung über staatlichen Rassismus, insbes. die Residenzpflicht
Im Kurdischen Kulturverein in Ludwigshafen Otto-Stabel Straße 2. 19.30 Uhr!
Passt auf wegen Nazis

14.08.2009 – Rassismus wegtanzen! Soliparty für die antirassistischen Aktionen im August.
Cafe Gegendruck in Heidelberg Fischergasse2a, 20 Uhr

18.08.2009 – Vortrag zum Instrumentarium des staatlichen Rassismus
Mannheim Neckarstadt Kunstladen Mittelstraße 25, 19.30 Uhr

29.08.2009 – Treffpunkte für die Demonstrationszüge zur Rheinbrücke:
Ludwigshafen, 14:00 Uhr: Bismarckstr. am Rathaus-Center (Lichttor)
Mannheim, 14:00 Uhr: Planken (gegenüber Wasserturm)

Mehr Infos findet ihr beim Bündnis grenzenlos_glücklicher oder bei uns unter der Nebenseite Termine. Bald wird auch unser Wissenswertes mit antirassistischen Informationen ausgefüllt. Außerdem kann man für weitere Informationen noch die Website der selbstverwalteten Flüchtlingsorganisation The Voice checken.

Wir, die Anarchistische Gruppe Bergstraße, sind Teil des vorbereitenden grenzenlos-glücklicher Bündnisses und rufen alle solidarischen und emanzipativen Menschen und insbesondere die radikale Linke dazu auf gemeinsam mit uns gegen Ausgrenzungsmechanismen jeglicher Art zu kämpfen und für eine solidarische Gesellschaft einzutreten. Das heißt konkret die Rahmenbedingungen staatlichen Rassismus zum Hauptbestandteil der Kritik zu machen und einzureißen was schon lange eingerissen gehört, nämlich Staat, Nation und Kapital – denn das ist alles scheiße!
In dem Sinne: Fight Racism – Smash Capitalism! Für die soziale Revolution!

Anarchistische Gruppe Bergstraße

Anti/Internationaler Aufruf zu Solidarität und Hilfe

Anlässlich des Christopher Street Day, so ist der Jahrestag der Stonewall riots hier bekannt, ist ein Hilferuf aus Bulgarien an die anarchistische, antifaschistische und queere Bewegung gegangen:

Das IQSN (International Queer Solidarity Network) und AnarchoResistance, Sofia rufen für den 27. Juni 2009 alle Anarchist_innen und Antifaschist_innen zur Solidarität mit der queeren bulgarischen Gemeinschaft auf.

Am 28. Juni 2008, dem 39. Jahrestag des Stonewall-Aufstandes in New York, USA, demonstrierte die queere bulgarische Gemeinschaft, einerseits zum Feiern, andererseits aber auch für ihr Überleben in einem von Faschismus gezeichneten Land. – Und wurde aggressiv von Neonazis angegriffen, die Molotov-Cocktails und Feuerwerkskörper auf die Parade warfen. Die faschistische Bulgarische Nationale Union rief auf zu einer „Woche der Intoleranz“ – nationalistische Gruppen sollten sich organisieren, um die Parade der queeren Gemeinschaft zu verhindern. Zum Glück gab es keine Verletzten und mehr als 80 Nazi-Skinheads wurde verhaftet wegen ihrer Angriffe auf Schwule, Lesben und deren Freund_innen.

Dieses Jahr, im Angesicht extremer Repression, bereiten wieder bulgarische Queere eine Parade vor, um sich gegen Faschismus und Bigotterie zu verteidigen und ihren Lebensstil zu feiern. Während die Nazis letztes Jahr zersplittert und wenige waren, arbeiten die nationalistischen Parteien diesmal zusammen, um ihren Angriff zu verstärken. Nationalistische Parteien wachsen schnell in Bulgarien. Ein Parlamentsmitglied einer dieser Parteien, ATAKA, hat schon öffentlich dazu aufgerufen, dass „die Männer die Schwulen verprügeln sollen“. Andere nationalistische Parteien nehmen vergleichbare Positionen ein. Mehr als je zuvor ist es jetzt wichtig, dass sich die internationale antifaschistische Bewegung neben die bulgarischen Schwulen und Lesben und alle Bulgar_innen stellt, um ihr Recht auf Sicherheit und Selbstbestimmung zu unterstützen.

AnarchoResistance, Sofia und das IQSN rufen auf zu einer antifaschistischen Mobilisierung, um Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender in Bulgarien auf ihrer diesjährigen Pride Parade zu unterstützen. Letztes Jahr kamen etwa 150 Faschisten; dieses Jahr rechnen wir mit mehr. Wir wünschen uns unterschiedlichste Strategien unter Berücksichtigung der langfristigen Bedürfnisse von queeren Menschen in Bulgarien. Mehr Informationen zur Geschichte und Mobilisierung gibt es auf www.iqsn.org
IQSN ruft außerdem queere Menschen weltweit auf, lokale Gruppen zu gründen und diesem neuen internationalen Netzwerk beizutreten, umd den globalen Kampf für universelle Befreiung zu stärken.

Denn queer kennt keine Grenzen – International Queer Solidarity Network

www.iqsn.org
iqsn(at)riseup.net
aresistance(at)riseup.net
sofiagaypride2009(at)gmail.com

Wir, die Anarchistische Gruppe Bergstraße, unterstützen den Solidaritätsaufruf und rufen ebenfalls zu Solidaritätsbekundungen verschiedenster selbstbestimmter Art und auch zur praktischen Unterstüzung auf. Achtet auf Ankündigungen und organisiert Selbst!

Freiräume erkämpfen, verteidigen, vergrößern

…schaffen wir 1 2 3 – unendlich viele Freiräume!

Die letzten Jahre waren für die Hausbesetzer und Freiraumbewegung nicht einfach, doch trotzdem gewann sie an Zuwachs und ein neuer Aufschwung flacht nicht ab. Aber im größeren Ausmaße findet noch die Repression von staatlicher Seite gegen die Bewegung statt. Das Jahr 2009 zeichnet hier eine neue Zuspitzung der Verhältnisse ab: Die brutale Räumung des langjährig bestandenen Topfsquat in Erfurt, das zügige Vorgehen gegen die Besetzer/innen der Freien Antonia in Freiburg, das eskalierende Vorgehen gegen die engagierte Freiraumbewegung, z.B. gegen die Menschen in Berlin, aber auch sonst überall, die schwierige Diskussion um das wiederbesetzte JUZ in Frankfurt, zahlreiche akut bedrohte und schon viele geräumte Freiräume vor allem in Berlin aber auch sonst wo und vor allem die anscheinend mit eiserner Faust durchzudrückenden Gentrifizierungsvorgänge sind Situationen und Zustände die es aus der Offensive heraus anzugreifen gilt – und die Bewegung steht nicht still.Zahlreiche kreative und direkte Aktionen folgten nach der Räumung des Besetzten Hauses in Erfurt über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus und schon im Vorfeld war der Kampf um den Squat ein sehr heißer der nicht zuletzt, sondern vor allem auf den Straßen Erfurts und anderswo ausgetragen wurde. Überall gingen wochenlang zahlreiche Spontis, Scheinbesetzungen, Plakataktionen und andere kämpferische Solidaritätsaktionen. Auch die Räumung der dieses Jahr erst neu entstandenen Freien Antonia in Erfurt, die als ein sehr gutes Beispiel für die neue Offensivität der Bewegung genannt werden kann, zog eine Reihe von Aktionen nach sich, auch wenn das bundesweite und antinationale Interesse nicht mehr so groß war, wie nach der Räumung des schon länger bestandenen Hauses in Erfurt, was schade ist, denn letztlich ist es egal wie lange ein Haus bestanden hat, wenn es den Willen zur radikalen Emanzipation und Progressivität aufweist und am besten noch revolutionäres Gemüt, Ambitionen und Tatendrang zeigt. Auch aus anderer Hinsicht, vor allem aus dem Blickwinkel der Vielseitigkeit, sind Autonome Zentren, radikale JUZes und alle anderen Freiräume emanzipatorischer und sozialrevolutionärer Art mit aller Kraft und Solidarität zu erkämpfen, verteidigen und zu vergrößern. Das TopfSquat in Erfurt machte als einzige Initiative eine Aufarbeitung der Vergangenheit des besetzten Geländes und der ehemaligen Firma, welche in der NS-Zeit die Krematorien herstellte für Auschwitz und andere Konzentrations- und Vernichtungslager. Eine Aufarbeitung jenseits von bürgerlicher Behandlung der NS-Vergangenheit als „Fremdkörper innerhalb deutscher Geschichte“.
Das »Faites votre je! «, das wiederbesetzte JUZ Bockenheim in Frankfurt a.M., ist ein linkskultureller radikaler Freiraum, der Basis bietet für unabhängige Kultur und Politik. Jedoch durch den Umzug in ein ehemaliges Gefängnis, in welchem die Gestapo gefoltert und gemordet hatte und von dem aus noch bis vor einigen Jahren Abschiebungen der Bundesrepublik stattfanden, ist eine Aufarbeitung der historischen Hintergründe der Räumlichkeiten natürlich auf jeden Fall nötig und wird nach Ankündigung der Aktivistis auch auf jeden Fall ausführlich vollzogen. Diese wenigen Beispiele zeigen nur einen Bruchteil der Vielfalt der Bewegung und der bereits geschaffenen kulturellen und politischen Alternativen und Ideen und es gilt für sie alle zu streiten und in die Offensive zu gehen. Zurzeit finden die Action Weeks in Berlin statt, die sich maßgeblich mit Gentrifizierung und Freiraumkämpfen beschäftigen. Schon zahlreiche direkte Aktionen, Besetzungen von Grünanlagen, Plätzen und Räumlichkeiten fanden statt. Es zogen schon einige Spontis durch die Stadt und es fand eine erfolgreiche Großdemonstration in Potsdam statt. Höhepunkt der Actiondays und auch eine neue Qualität der Vielfalt und Größe der Bewegung und vor allem ihrer neuerreichten und sehr nötigen Offensivität, die es auszubauen und zu vergrößern gilt, ist die angekündigte und großbeworbene und dazu noch von einer großen Masse getragenen öffentliche Besetzung des stillgelegten Flughafen Tempelhof. Der Flughafen ist seit der Schließung eingezäunt und nicht für die Bewohner erreichbar, die zusätzlich noch von einem Sicherheitsdienst überwacht und abgeschirmt werden. Die Stadt will den Flughafen „langsam“ und „kontrolliert“ für die Öffentlichkeit zugänglich machen, in der Art „ein Tag für die Skater“ und „ein Tag zum Grillen“ – in systemtypischer Einteilung und Spaltung von Menschen in Gruppen. Das Thema ist über radikale linke Kreise hinaus angekommen und so wirken die Tempelhofbesetzung und die dahinterstehenden antiautoritären Forderungen nach Selbstbestimmung für eine breitere Masse ansprechend. Auch die Schlagkraft des Kampfes gegen Gentrifizierung bekommt somit Ausbau und die Thematik könnte positive Auswirkungen auf die Aktionen gegen Media Spree haben, z.B. im Sinne breiterer Akzeptanz und dem Durchsetzen radikaler Positionen. Auch regional ist der Kampf um Freiräume ein präsentes Thema. In Mannheim zum Beispiel ist Mitte 2008 das WildWest entstanden, welches neben dem selbstverwalteten Jugendzentrum und dem Kunstladen noch einen weiteren Raum für selbstständige Organisation in der Mannheimer Neckarstadt bietet. Doch auch in Mannheim finden Luxussanierungen oder andere Arten von Stadtumstrukturierung statt. Zum Beispiel so elitäre, ausgrenzende und vertreibende Projekte wie die Pop Akademie im Mannheimer Jungbusch, eine Einrichtung die vorgibt künstlerisches Talent zu fördern und vor allem der Jugend neue Möglichkeiten zu bieten – dass diese Möglichkeiten, jedoch nur aus dem Einsteigen in eine bunter verpackte Verwertungslogik des Kapitals beruhen und die Struktur solcher Institutionen sich klar und bereitwillig den vorgebenden Mechanismen des Konkurrenzsystems des Kapitalismus beugen und somit Ausgrenzung und Elitenbildung fördern geht in der medialen Beförderung der Thematik erwartungserfüllend unter. In dieser Richtung fehlt es nicht nur an Offensive sondern noch klar an Defensive, da sich dem Thema noch nicht wirklich angenommen wurde. In Heidelberg gehen die Kämpfe für ein neues Autonomes Zentrum als versprochener Nachfolger des 1999 geräumten AZs weiter. Vor allem 2008 war ein Aufflammen der Aktionen zu bemerken. Eine Partybesetzung, eine Demonstration unter dem Banner der Antinationalen Aktionstage für Freiräume, sowie eine Nachttanzdemo und kleinerer Aktionen erinnerten die Stadt Heidelberg an gebrochene Versprechen und klare Lügen ihrerseits. Im Odenwald scheint sich gerade auch etwas zu tun, so hat sich dort eine Antifaschistische Aktion gegründet, die anscheinend gegen die tiefe Verwurzelung rassistischen und antisemitischen Denkens und Handelns in der Region vorgehen will. Diese hat sich vor allem als Reaktion auf eine scheinbare Gründung eines Ablegers von „Pro Köln/Pro NRW“, einer rechtspopulistischen Partei aus Nordrhein-Westfalen mit Hauptaktivität in Köln, der sogenannten „Pro Hessen/Pro Odenwald“ gegründet (Recherchen zu dem ableger der Westfälischen Rechtspopulisten finden statt!). In diesem Zusammenhang bekam Mensch die gewünschte Schaffung eines Freiraums mit Namen Saustall mit (nähere Infos kommen bald). In diesem Kontext ist natürlich zu sagen, dass linksradikale Freiräume auch immer Struktur und relativen Schutz gegen faschistische und nazistische Strukturen bietet. Angriffe auf unsere Freiräume aus dieser Richtung nahmen auch zu, wobei dann auch über Strukturen aktiver Verteidigung nachgedacht werden muss.
Auch in der Bergstraße scheinen politische Kämpfe um einen selbstverwalteten Freiraum stattzufinden, wobei wir jedoch erst noch mehr Informationen sichern wollen bevor wir dann hoffentlich ausführlich darüber berichten. Wichtig ist es jetzt sich aktiv an antiautoritärer Selbstbestimmungsarbeit zu beteiligen und Freiräume zu schaffen. Schafft Aufmerksamkeit für die Thematik mit Scheinbesetzungen, nehmt euch mal eine Innenstadt oder eine Grünanlage für den Nutzen und den Spaß, sowie nicht zu vergessen das wirkliche Potential, welches ihr darin erblickt, macht spontane Zusammenkünfte, besetzt Häuser und unterstützt die Kämpfe für mehr Freiräume und um die Bestehenden mit aller Kraft und Solidarität. Achtet auf Ankündigungen – Vernetzt euch und Andere – Organisiert euch selbst!

1..2…3….schaffen wir den Kapitalismus ab!
Gegen jede Herrschaft!
Für den Aufbau und die Verteidigung selbstverwalteter Freiräume überall!

Anarchistische Gruppe Kreis Bergstraße

Proteste gegen die Republikaner

In Ludwigshafen, Speyer und Mannheim…

Für Samstag dem 06.07.2009, ein Tag vor den Europaparlaments und Kommunalwahlen, hatte die rassistische und nationalistische Partei „Die Republikaner“ eine Kundgebung und eine anschließende Demonstration durch Ludwigshafen angekündigt und noch viel Tamtam drum herum, wie Infostände, ein Essen, sowie „Spaziergänge durch Problemviertel Ludwigshafens“. Schon im Vorfeld hatte es eine gute antifaschistische Mobilisierungskampagne gegeben, die unter anderem aus einem effektiven Spaziergang durch LU, tausender verklebter (schwer übersehbarer) Aufkleber größtenteils in LU und dem angrenzenden Mannheim und (noch mehr) verteilter Infomaterialien bestand.Auch die bürgerliche Presse aus dem Bereich Ludwigshafens nahm sich, anscheinend angespornt durch die antifaschistische Intervention, dem Thema an und es folgten kritische Artikel die sich mit den Republikanern auseinandersetzten. Hier ist man der bürgerlichen Presse natürlich darum keinen Dank geschuldet, denn ob deren Artikel auch ohne vorherige antifaschistische Aufmerksamkeit zustande gekommen wären ist wohl mehr als fraglich. Viel mehr ist die erzeugte Aufmerksamkeit der Presse als Erfolg der antifaschistischen Interventionen zu sehen, denn in Ludwigshafen können die Republikaner seit Jahren als die drittstärkste Fraktion (8,8%) zum ohnehin starken rassistischen und faschistischen Klima in der Stadt ihren erheblichen Beitrag leisten – und das alles fast ohne bürgerlicher Aufmerksamkeit, eher mit willkommener Akzeptanz und dass diese Akzeptanz ein Stück weit aufgebrochen wurde sehen sie natürlich als Bedrohung an, konnten sie doch jahrelang ihre rassistische und nationalistische Hetze zwischen CDU und NPD sehr kritiklos betreiben. Der massive Protest mit dem sie konfrontiert wurden, wurde zu einer Gefahr der ihnen Sympathiepunkte in ihrer „Homezone“ kosten konnte. So verhielten sich die Reps und ihre Anhänger letztlich auch: Sie änderten die Route, verschoben die Zeiten oder gaben erst keine an, alles war sehr im geheimen organisiert und es wurde anscheinend auch im Vorfeld an Ausweichorte gedacht. So kam es, dass am morgen des 6.Juni alle Aktionen der Reps in Ludwigshafen abgesagt waren. Trotzdem schikanierte die Polizei anreisende Antifaschist/innen auf extreme Art und Weise, war sehr gereizt, nahm Jacken trotz schlechten Wetters als Vermummungsgegenstand weg und ging besonders willkürlich gegen jüngere Antifaschist/innen vor.
Es ging herum, dass die Reps mit einem Infotisch ins nahe Speyer ausweichen wollten. So machten sich die engagierten Antifaschist/innen auf den Weg dorthin, um festzustellen, dass diese Aktion der Republikaner ebenfalls abgesagt wurde und diese anscheinend in ihrem Parteibüro in Ludwigshafen-Gartenstadt festsäßen. Trotz all dieser glücklichen Tatsachen, die sicher als antifaschistische Erfolge zu bewerten sind, war das Auftreten der Polizei extrem bedrohlich. Schikanöse Polizeikontrollen, fadenscheinige bis gar keine Erklärungen für das aggressive Verhalten der Polizei, das Mitführen von Hundestaffeln und Spezialeinheiten schufen ein Klima extremer Überwachung gegenüber den Antifaschist/innen, wohingegen Nazis sich ungestört bewegen und Kundgebungsteilnehmer/innen bedrohen und provozieren konnten.
Die Antifaschistinnen und Antifaschisten ließen sich jedoch nicht einschüchtern, verhielten sich solidarisch und führten den Protest weiter. In Mannheim, als bekannt war, dass mit keinen weiteren öffentlichkeitswirksamen Aktionen der Reps an diesem Tag zurechnen ist, begaben sich noch knapp über hundert Antifaschist/innen zu einer kurzfristig angemeldeten Kundgebung vor dem Mannheimer Hauptbahnhof. Von dort aus starteten diese noch eine spontane Demonstration durch die Mannheimer Innenstadt zum alten Messplatz in der Neckarstadt, auf der sie sich kämpferisch gegen Nazis, jeden Rassismus und den Kapitalismus aussprachen. Zu bemängeln sind jedoch die nicht selten verkürzten Demosprüche (die Forderung nach Internationalismus birgt im Grunde ebenso die Gefahr des mordenden Nationalismus; Hoch die Antinationale Solidarität!) und das teilweise sehr unkoordinierte Verhalten, welches die Außenwirkung sehr verschlechterte. Jedoch sehen wir es nicht als bloßen unreflektierten Aktionismus an, wenn eine ohnehin schon mobilisierte ganz beschauliche Anzahl Antifas die Situation noch versucht auszunutzen und grundsätzliche und mehr eigenständig auf die Straße getragene linksradikale Kritik zu üben. In diesem Sinne war diese spontane Demonstration eigentlich nur zu begrüßen. Glücklicherweise blieben hier polizeiliche Provokationen, Schikanen und Übergriffe aus. Das Gruselkabinett von CDU bis Linkspartei und MLPD, mit ihrer staatstragenden und nationalbezogenen bis nationalistischen Politik, auf der DGB-Gegenkundgebung ist nicht erwähnenswert.
Allem in allem kann man sagen, dass der Tag und vor allem das Ausbleiben jeglicher Aktionen seitens der Republikaner für die emanzipatorische, antifaschistische und sozialrevolutionäre radikale Linke der Tag als Erfolg zu bewerten ist.

Wir waren da, aus purer Feindschaft gegen jede Volksgemeinschaft!
Gegen jeden Nationalismus – Grenzen weg, überall und für den Anarchismus!
Für eine progressive emanzipatorische radikale Linke

Anarchistische Gruppe Kreis Bergstraße

Über die Anarchistin Emma Goldman

„Wenn ich dazu nicht tanzen kann, ist es nicht meine Revolution“

Die Rote Emma, die während des Haymarket Massakers am 1. Mai 1886 und den zahlreichen darauffolgenden direkten Aktionen in anarchistischer Hinsicht politisiert wurde, verbrachte ihre politisch aktivste Zeit in den USA. Dort etablierte sie sich als selbstbewusste und unbeugsame Kämpferin des Anarcho-Kommunismus und für den Frieden. In den USA wurde sie sehr schnell für ihre politischen Veröffentlichungen (unter anderem die mit Alexander Berkman herausgegebene Zeitschrift „Mother Earth“) und ihren Hang zur direkten Aktion sehr bekannt und sowohl eine medialpolitische, als auch eine realpolitische Verfolgung in extrem repressiven Ausmaßen ließ nicht lange auf sich warten.Unter anderem wurde sie bezichtigt Anstiftung zum Attentat auf den amerikanischen Präsidenten William McKinley verübt zu haben und wurde verhaftet. Der Attentäter Leon Czolgosz gab an durch verschiedene Reden Emma Goldmans zur Tat inspiriert worden zu sein. 1919 wurde sie mit ihrem Lebensabschnittgefährten Alexander Berkman und 247 weiteren Linksradikalen aus den USA deportiert. Beide gingen ins revolutionäre Russland und verließen das Land nach zwei Jahren wieder – bitter enttäuscht von den nicht-revolutionären Zuständen und der neuentstandenen Diktatur. Daraufhin bereiste sie Europa und unternahm verschiedene Vortragsreisen, bis sie schließlich, nach Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieges nach Barcelona ging und folgend versuchte in England die Interessen der CNT-FAI zu vertreten. Im Alter von 70 Jahren erlitt Emma im Februar 1940 einen Schlaganfall in Toronto, woraufhin sie am 14. Mai im gleichen Jahr verstarb.
Anarchismus, also „Herrschaftsfreiheit“, treffender: Freiheit von jeglicher Herrschaft, war für Emma Goldman nicht nur eine Theorie, sondern bedeutete immer auch persönliche und soziale Freiheit.

Im Gedenken an die unbeugsame Kämpferin folgen nun einige Zitate der Roten Emma:

„Wenn man Liebe nicht bedingungslos geben und nehmen kann, ist es keine Liebe, sondern ein Handel.“

„Die Liebe ist eine Verächterin aller Gesetze, aller Vorschriften (…). Wenn die Welt jemals Gleichheit und Einigkeit hervorbringen wird, wird es nicht mehr die Ehe, sondern nur noch liebe geben!“

„The most violent element in society is ignorance. “ (Frei übersetzt: „Das gewalttätigste Element der Gesellschaft ist die Ignoranz.“)

Aus einer Biografie über Emma Goldmann

- She was three times imprisoned – once for allegedly inciting to riot, once for giving out birth control information, and once for conspiring to obstruct the draft – and so often arrested that every time she spoke in public she routinely carried a book to read in jail. –

Der Kampf wir weiter gekämpft. In Gedenken an die gefallenen und verstorbenen Revolutionäre und Opfer der fortwährenden Historie der Unterdrückung. In Anbetracht unserer Generation und den Vergangenen und mit Hoffnung für Uns und die Zukünftigen Generationen.

Her mit der freien Assoziation – Für die soziale Revolution

Einige Werke Emma Goldmans:

1. Anarchism and other Essays
2. My Disillusionment in Russia
3. My Further Disillusionment in Russia
4. Living My Life

Demonstration in Heidelberg als Teil der globalen Aktionswoche für emanzipatorische Bildung

Free Your Education! Make Revolution!

Am Montag dem 20.04.2009 fand in Heidelberg eine Demonstration gegen die Bildungsmisere und für freie Bildung statt, die mit gut 400 Leuten besser besucht war, als es im Vorfeld erwartet wurde. Das organisierende Bündnis war sehr breit, von Studierendengruppen, Schüler/innengruppen (die kritische Schülerinitiative), der GEW und der Heidelberger Montagsdemo. Das diese Demonstration auch von der Montagsdemo angemeldet wurde, war als Grund für die relativ wenigen und anscheinend auch, von der Größe der Demo, überraschten Bullen, die die Demo begleiteten, öfters als Vermutung geäußert wurde. (mehr…)